Omas Zwetschgenknödel- nach einem Rezept von der Oma von Anna Mendel

Omas Zwetschgenknödel auf einem Teller angerichtet

Schon einige Zeit ist es nun her, dass die großartige Anna Mendel ihren Blog aufgelöst hat um sich auf ihren Online Aktivismus sowie ihre Autorinnen-Tätigkeiten zu Konzentrieren. Schon bald erscheint ihr erstes Buch und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis. Das Zwetschgenknödel Rezept von ihrer Oma soll und darf aber nicht in Vergessenheit geraten! Deshalb ist es uns eine große Ehre und besondere Freude den Zwetschgenknödeln eine Plattform bieten zu dürfen. Bühne frei für die leckersten Knödel ihrer Art und wir wünschen viel Spaß beim nachkochen und guten Appetit!

Zwetschgenknödel, Strickpullover und Omaduft

Im März 2022 ist meine geliebte Oma 10 Jahre tot. Die Oma war schon immer meine Lieblingsoma. Als Kind habe ich oft bei ihr übernachtet, da gab es Überraschungseier zum Frühstück und ich durfte ewig bis in die Nacht Fernsehen gucken. Sie war die allerherzlichste Oma, die man sich vorstellen kann. Sie hat mir Preise vergleichen im Supermarkt beigebracht und früher hab ich mir gewünscht, dass man den Omaduft als Parfüm kaufen kann. Nach dem Wochenende bei ihr hat mein Schmusekissen immer toll nach ihr gerochen. Und zu Weihnachten und zum Geburtstag gab’s selbstgestrickte Pullis, die nicht schön, aber selten waren :-), und die bis heute auf dem Dachboden meiner Eltern in einer Kiste liegen, weil wir es nie über’s Herz bringen würden, etwas davon weg zu schmeißen. Erinnerungen über Erinnerungen und ausschließlich schöne Erinnerungen.

2010 wurde bei ihr Alzheimer diagnostiziert, eine der beschissensten Krankheiten, die sich die Natur ausdenken konnte. An manchen Tagen wusste sie meinen Namen nicht mehr, an anderen hat sie vergessen, dass ich gerade im Nebenzimmer bin. Fast alles, was diese Krankheit so mit sich bringt, haben wir zusammen durchgemacht.

Warum Oma mir fehlt

Oma fehlt mir. Wenn das Leben dann mal wieder scheiße war, bin ich zur Oma rausgefahren, wie ich es so zwei bis drei Mal pro Woche tat und auf dem Weg regte ich mich immer noch über Kollegin/Arsch auf dem Parkplatz/Freund/Freundin/Chef/Wetter auf, dann war sie es, die mich wieder runter holte. Die mir klar macht, dass in meinem Leben alles halb so schlimm ist, dass meine Probleme oder Aufreger Kleinscheiß sind gegen ein Leben, in dem man von Moment zu Moment lebt, in dem man zwar erkennt, dass da ein vertrauter Mensch vor der Tür steht, aber keinen Namen mehr zuordnen kann. Ich freute mich einfach über sie und viele Kleinigkeiten, so wie ich es in meinem eigenen Leben nicht immer kann. Ich freute mich, wenn sie nach meinem Klingeln das Fenster öffnete und „Yay!“ schrie, weil sie sah, dass ich sie besuchen kam. Ich freute mich, wenn sie es schaffte, den richtigen Knopf zu drücken, um mich in die Wohnung zu lassen. Ich freute mich, wenn sie sich über meinen mitgebrachten Kuchen freute und gleich mal zwei Stück davon aß. Ich freute mich, wenn sie dazu zwei ganze Gläser Wasser trank. Alte Leute müssen viel trinken. Ich freute mich einfach, wenn es für sie noch Momente gab, in denen es einfach und schön war. Und dann war alles andere egal.

Zwetschgen in einer Tasse- draufsicht

Zwetschgenknödel wecken Erinnerungen

Warum erzähle ich so viel von ihr? Weil sie es war, die Zeit meines Lebens in unserer Familie für die Zwetschgenknödel zuständig war. Als Kind saß ich in ihrer Küche an einem Tisch, den man aus dem Küchenschrank ziehen konnte (so einen brauche ich auch) und habe mit ihr die Knödel geformt. Jedes Jahr, für die ganze Familie. Und die war damals schon groß und ist heute noch viel größer. Da kam es schon mal vor, dass da dann 40-50 Knödel bei raus kamen. Ein paar Jahre vor ihrer Erkrankung hat sie damit aufgehört und dann gab es einige Zeit gar keine Zwetschgenknödel. Und jedes Jahr zur Zwetschgenzeit dachte ich: „Schade, dass Oma die nicht mehr macht.“ Und irgendwann habe ich angefangen selber welche zu machen. Heute klammere ich mich an alles, was mir eine schöne Erinnerung an Oma bringt. 10 Jahre sind lang, aber ich weiß, dass beim ersten Bissen Zwetschgenknödel alles wieder da ist. Weil meine Liebe zu ihr nie weg war.

Das Rezept für Omas Zwetschgenknödel

Das Rezept ist auf 12 Knödel oder 4 Portionen ausgelegt. Als Nachtisch reicht vielleicht auch einer mit ein bisschen Vanilleeis. 

Für die Zwetschgenknödel:
  • 800 gr mehlig kochende Kartoffeln
  • 60 gr flüssige Butter
  • 4 Eigelb
  • 200gr Mehl plus 50gr zum Rollen
  • 100gr Grieß
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 12 Zwetschgen
  • 12 Würfel Zucker
Für die Brösel:
  • 100 gr Butter
  • 150 gr Semmelbrösel
  • 100 gr Zucker
  1. Die Kartoffeln mit Schale kochen, pellen und noch lauwarm durch eine Presse drücken oder wie ich einem oldschool Stampfer klein stampfen. Ein bisschen ausdampfen lassen.
  2. Ich gebe die flüssige Butter, die Eigelbe, das Mehl, den Grieß, eine Prise Salz und die Prise Muskatnuss hinzu und verrühre alles zu einem Teig mit einem Kochlöffel. Nicht erschrecken, der Teig ist sehr klebrig. Es ist allerdings besser, erst bei dem Rollen der Knödel immer wieder eine kleine Menge Mehl dazu zu geben, weil der Teig das Mehl relativ schnell schluckt.
  3. Dann die Zwetschgen aufschneiden, nur bis zur Hälfte, und dann in jede ein Stück Würfelzucker rein machen.
  4. Da der Teig wirklich sehr klebrig ist, benutze ich Einweghandschuhe dafür und habe immer Mehl bereit stehen. Dann nehme ich eine walnussgroße Menge und umschließe damit die Zwetschge.
  5. Ich persönlich stehe bei den Knödeln neben den Bröseln vor allem auf den Teig. Und so kommt es, dass meine Knödel ein bisschen mehr Teig enthalten und dann eben auch mal so groß wie ein Apfel sind. Dann kommen so ca. 4-6 Stück auf einmal in einen großen Topf (am besten so 5 Liter) gesalzenes Wasser zum Sieden. Darin schwimmen sie dann ca. 10 Minuten.
  6. Währenddessen kann man die Brösel zubereiten. Die Butter in eine Pfanne geben, schmelzen lassen und dann die Semmelbrösel und den Zucker ganz leicht darin bräunen.
  7. Wenn die Knödel fertig sind, noch nass in die Brösel geben, wälzen und in eine Schüssel geben. Alle Knödel fertig auskochen und mit den restlichen Bröseln aus der Pfanne servieren.

Omas Zwetschgenknödel

Anna Mendel
Zwetschgenzeit ist die beste Zeit. Noch besser ist sie, wenn ein leckerer Kloßteig die Zwetschgen umhüllt. Anna Mendel hat uns das Rezept ihrer Oma zur Verfügung gestellt.
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Vorbereitungszeit 45 Min.
Zubereitungszeit 15 Min.
Arbeitszeit 1 Std.
Gericht Nachspeise
Land & Region Deutsch
Portionen 4 Personen

Zutaten
  

  • 800 gramm Kartoffeln mehlig kochend
  • 60 gramm Butter flüssig
  • 4 Eigelb
  • 250 gramm Mehl
  • 100 gramm Gries
  • 1 priese Muskat
  • 12 Zwetschgen
  • 12 Würfel Zucker

Für die Brösel:

  • 100 gramm Butter
  • 150 gramm Semmelbrösel
  • 100 gramm Zucker

Anleitungen
 

  • Die Kartoffeln mit Schale kochen, pellen und noch lauwarm durch eine Presse drücken oder wie ich einem oldschool Stampfer klein stampfen. Ein bisschen ausdampfen lassen.
  • Ich gebe die flüssige Butter, die Eigelbe, das Mehl, den Grieß, eine Prise Salz und die Prise Muskatnuss hinzu und verrühre alles zu einem Teig mit einem Kochlöffel. Nicht erschrecken, der Teig ist sehr klebrig. Es ist allerdings besser, erst bei dem Rollen der Knödel immer wieder eine kleine Menge Mehl dazu zu geben, weil der Teig das Mehl relativ schnell schluckt.
  • Dann die Zwetschgen aufschneiden, nur bis zur Hälfte, und dann in jede ein Stück Würfelzucker rein machen.
  • Da der Teig wirklich sehr klebrig ist, benutze ich Einweghandschuhe dafür und habe immer Mehl bereit stehen. Dann nehme ich eine walnussgroße Menge und umschließe damit die Zwetschge.
  • ch persönlich stehe bei den Knödeln neben den Bröseln vor allem auf den Teig. Und so kommt es, dass meine Knödel ein bisschen mehr Teig enthalten und dann eben auch mal so groß wie ein Apfel sind. Dann kommen so ca. 4-6 Stück auf einmal in einen großen Topf (am besten so 5 Liter) gesalzenes Wasser zum Sieden. Darin schwimmen sie dann ca. 10 Minuten.
  • Währenddessen kann man die Brösel zubereiten. Die Butter in eine Pfanne geben, schmelzen lassen und dann die Semmelbrösel und den Zucker ganz leicht darin bräunen.
  • Wenn die Knödel fertig sind, noch nass in die Brösel geben, wälzen und in eine Schüssel geben. Alle Knödel fertig auskochen und mit den restlichen Bröseln aus der Pfanne servieren.
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Wir lieben Zwetschgenknödel und co. Wenn ihr Lust auf mehr tolle Gerichte habt dann schaut doch mal bei „Kochen ohne Plan“ rein und findet euer liebstes Rezept.

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