Beikostreifezeichen- Ab wann Beikost gut für dein Baby ist

Beikost beim Baby. Aber ab wann? Kind wird gefüttert von Hand im grünen Pullover.
Der Beikoststart kann ganz entspannt sein ©Canva

Wenn der Beikoststart ansteht kommen viele Eltern ins schwimmen. Wann ist der richtige Zeitpunkt für Beikost und lieber Brei oder doch lieber BLW. Und was ist BLW eigentlich und ab wann kann man Anfangen? Vor lauter gut gemeinter Ratschläge und Tipps weiß man oft garnicht mehr wo einem der Kopf steht und die Verunsicherung wächst.

Doch egal ob Brei, Fingerfood, Baby Led Weaning oder ein Mix aus all dem, wichtig ist es vor allem auf die Bedürfnisse deines Kindes zu Achten. Manche Kinder wollen auch mit einem Jahr noch nicht richtig essen und bevorzugen (Mutter-)Milch, während andere kaum noch zu halten sind, sobald sie einen gefüllten Teller sehen. Wichtig sind meiner Meinung nach vor allem die Beikostreifezeichen und damit du weisst, wann dein Baby soweit ist, hab ich eine kleine Checkliste erstellt:

1. Dein Baby kann (mit Unterstützung) aufrecht Sitzen

Das aufrechte Sitzen ist wichtig, denn damit signalisiert der Körper deines Babys, dass er bereit ist es vor verschlucken zu schützen, indem es seinen Oberkörper unter Spannung zu hält. Füttere dein Kind niemals im Liegen, dass ist Lebensgefährlich. Ist dein Baby noch nicht in der Lage seinen Oberkörper aufrecht zu halten und sackt in sich zusammen ist das Beikostreifezeichen nicht erfüllt und der Beikoststart sollte verzögert werden. Die optimale Position für den perfekten Beikoststart ist leicht an dich gelehnt auf deinem Schoß. Dabei hast du die volle Übersicht und merkst sofort, wann die Kraft nachlässt und dein Baby eine Pause braucht. 

2. Kopfkontrolle

Noch bevor das Baby sitzen lernt, wird es in der Lage sein, seinen Kopf selbständig aufrecht zu halten. Diese Funktionen bauen ineinander auf und sind wichtig, um das Kind beim Beikoststart vom verschlucken zu schützen.

3. Keine Beikost bei aktivem Zungenstreckreflex

Dieser angeborene Reflex dient dazu dein Baby vor dem Ersticken zu schützen, in dem es mit der Zunge Dinge aus dem Mund schiebt. Zu Beginn seines Lebens sitzt dieser Reflex noch ganz vorne im Zungenbereich und wird sich im Laufe der Zeit verwachsen. Zurück bleibt der Würgreflex, der bis ins Kleinkindalter noch wesentlich schneller ausgelöst wird als bei Erwachsenen. 

Erst wenn der Zungenstreckreflex nicht mehr aktiv ist, ist dein Baby bereit für den Beikoststart.

6 Sorten Beikost mit dazugehoerigem Obst. Von links nach rechts: Erbse, Zucchini, Blumenkohl, Banane udn Apfel, Pfirsich, Brombeere
©canva

4. Dein Baby ist an deinem Essen interessiert

Eben hast du noch ganz in Ruhe mit Baby auf dem Arm gegessen, als eine kleine Hand in rasanter Geschwindigkeit zupackt und sich hektisch was in den Mund stopft? Es ist soweit, dein Kind will essen. Manche Kinder werden richtig hektisch, wenn sie nichts vom Familientisch abbekommen, imitieren Kaubewegungen oder beobachten jede kleinste Bewegung.

Aber Vorsicht: Interesse an Bewegung ist nicht gleich Interesse an Beikost.

5. Hand- Mund- Koordination funktioniert einwandfrei

Dieses Beikostreifezeichen ist erfüllt, wenn dein Baby ohne Probleme nach Dingen greifen kann und sie zielsicher in den Mund steckt. Die Hand- Mund- Augenkoordination ist ein essentielles Zeichen für einen entspannten Beikoststart.

6. Dein Baby kaut trocken

Auch wenn dein Baby beim Beikoststart noch kaum oder keine Zähne hat und eigentlich auch keine braucht, ist es dennoch ein Zeichen für die Beikostreife, dass es anfängt deine Kaubewegungen nachzumachen.

Dein Baby erfüllt alle Beikostreifezeichen? Dann ran an den Familientisch. Lass dich nicht stressen, auch wenn dein Kind länger braucht als andere. Du bist Expert*in für dein Kind. Ab wann dein Baby bereit ist für Beikost, welche Form und wie viel entscheiden nur du und natürlich dein Baby. Starte mit Essen, mit dem du dich wohlfühlst, egal ob gedämpfte Karotte, Dinkelstangen für Babys oder mein liebstes Rezept für Milchreis.

Um noch entspannter durch die erste Zeit zu kommen würden wir immer wieder einen Erste- Hilfe- Kurs für Babys und Kleinkinder (zum Beispiel beim Roten Kreuz) empfehlen, so seid ihr immer auf der sicheren Seite. 

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