Warum ich mich manchmal nicht mag und warum das auch völlig okay ist

Man liest es Überall: „Liebe dich selbst“. Und grundsätzlich war ich da auch immer ein Fan von. Bis ich Schwanger wurde.

25 Jahre lang hatte ich eine Figur, für die andere Frauen hart arbeiten müssen. Ich bin nicht besonders gross, aber auch nicht zu klein. Ich hatte schon immer wenig Gewicht, ohne allzu dürr auszusehen. Mein Po ist rund, meine Brüste klein aber fein. Ich war Stolz auf mich, auf mein aussehen, wenn auch nicht besonders Eitel oder rausgeputzt. Ich war ich und ich fand mich gut.

Wann kommt dieser mysteriöse Schwangerschaftsglow?

Und mein Mann fand mich gut, findet mich noch immer gut. Hat nie damit aufgehört. Aber mit mir ist was passiert. Ich wurde Schwanger. Und ob wohl ich dachte, dass ich die glücklichste Schwangere der Welt sein werde, so mit Glow und allem drum und dran, blieb das irgendwie aus. Wirklich geniessen konnte ich nur die ersten 3 Monate, danach folgten vorzeitige Wehen, Schmerzen und eine intensive Beziehung mit jeder Kloschüssel, die sich in näheren Umgebung befand. Mein Körper füllte sich mit Wasser, ich quoll regelrecht auf. Ich nahm ziemlich schnell zu ohne wirklich zu essen und aus stolzem Babybauch wurde  Frust und das Gefühl, nicht mehr ich zu sein. Die Schmerzen und psychische Belastung taten ihr übriges dazu.

Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich so garnicht wohl in meinem Körper. Meine Oberschenkel fingen an zu reissen, wenn man heute meinen Po betrachtet konnte man mich auch für ein Zebra halten. Und dann diese Sprüche, dass das Kind von innen malt und man stolz sein soll, was der Körper nicht alles leistet und dieses Wunder, ich hatte es so satt.

Warum darf ich als Frau, als schwangere Frau, als Mutter, nicht mal sagen, dass mich mein Zustand, mein Gewicht meine Umgebung einfach nur nerven und ankotzen?

Immer und immer wieder stellte ich mir diese Frage. Versuchte ich meine Unzufriedenheit in Worte zu fassen gab man mir schnell das Gefühl, dass ich mich nur anstelle. Dass doch alles toll ist und mein Unglück unvorstellbar. Zu meiner eh schon angeschlagenen Psyche kam nun noch das Gefühl dazu, dass mit mir etwas nicht stimmt. Das ich doch glücklich sein müsste, dass mein Leben doch eigentlich Perfekt wäre.

Das ist es auch, mein Leben ist absolut perfekt. Ich habe einen wundervollen, liebevollen Mann, der, auch wenn er mich manchmal zum platzen bringt, das beste ist, dass mir passieren konnte. Ein Mann, der das absolute Gegenteil von mir ist, mich ergänzt. Und er hat mir dieses Geschenk gemacht, diese kleine Tochter mit der perfekten Nase. Die personifizierte Niedlichkeit, unser größtes Glück.

Von dicken Einhörnern und schwangeren Seekühen 

Und trotzdem bin ich unzufrieden. Mit mir, meinen Launen, meinem Körper. Und das ist auch völlig okay, ist nur menschlich. Vor einigen Tagen habe ich ein Bild gesehen, darauf ein dickes Einhorn, eine Ladung Kekse in der Hand, mit dem Spruch: „Manchmal bin ich ziemlich nah an der Keksdose gebaut“. Und ich habe mich in diesem Tierchen wiedererkannt.

Wenn du deine Problemzone kennst, hält das Leben 2 Optionen für dich bereit:

  • Kämpfe dagegen an. Tu was. Such dir Unterstützung und ändere es.
  • Arrangier dich damit. Nimm es mit Humor und vor allem dich selbst nicht so ernst.

Und es ist okay mal gefrustet zu sein, man darf sich selbst nicht leiden dürfen. Man darf über seinen dicken Po schimpfen und auch mal ein, zwei Tränchen verdrücken, wenn die Lieblingsjeans nicht weiter als Mitte Oberschenkel geht. Und niemand sollte das verurteilen, es sind die kleinen Momente der Schwäche die uns zu dem machen, der wir sind.

Manchmal, da bin ich the Queen of fucking everything und manchmal, ganz manchmal, ein kleines, dickes Einhorn mit Tutu.

3 Comments on “Warum ich mich manchmal nicht mag und warum das auch völlig okay ist

  1. Ich würde ja sagen, du hast nach wie vor eine sehr schöne Figur. Für dich ist das jetzt nur ein schwacher Trost. Aber, wenn es mit der Unzufriedenheit mal überhand nimmt: denk dran, das es andere noch viiiiiiiel schlimmer erwischt hat. Mich z. B. Mir sind direkt am Anfang vorne 3 Zähne gezogen worden und ich hab 30 kg zugelegt. Mein Schwangerschaftsglow bestand Also darin der hübscheste Troll aller Zeiten zu sein😂😂😂 und immerhin kann man an der Figur arbeiten, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Gut, dir Streifen auf der Haut gehen Freilich nicht mehr weg. Aber sie verblassen. Und… Mal ehrlich… Wir würden die Streifen ja nicht gegen unsere Babys wieder tauschen wollen, gell? Außerdem kann man irgendwas zu seinen pubertierenden Kind sowas sagen wie: „natürliiich kannst du mit T-Bone die Nacht weg bleiben! Sobald die schwangerschaftsstreifen an meinem Po weg sind!“ LG Tally ❤ und herzlich willkommen im neu-mama-dasein! Der schlimmste Schub kommt übrigens noch! Aber der danach… Der… Der wird noch schlimmer! Oder war es der, der danach kommt?🤣🤗🤔😘

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